Mit Elfen und Feen im Zauberwald unterwegs - Konzertgemeinde Mosbach e.V.

Mit Elfen und Feen im Zauberwald unterwegs

Ensemble QuintonBeim Familienkonzert entführte das junge Ensemble Quinton seine Zuhörer in einen musikalischen Sommernachtstraum

Nachdem das erste Konzert im Januar vergangenen Jahres aufgrund von Eisregen fast ein bisschen untergegangen war, hatte man sich entschieden, das schöne neue Format weiter ins Frühjahr zu verlegen. Mit dem etwa einstündigen Familienkonzert am Nachmittag wollen Kulturamt und Konzertgemeinde als Veranstalter besonders junge Zuhörer ansprechen und für klassische Musik begeistern. Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern, Musikschüler und alle anderen Musikfans sind eingeladen, hervorragenden jungen Profimusikern zuzuhören und sich dabei von den Künstlern selbst unterhaltsam an die Musik heranführen zu lassen. Nachdem im vergangenen Jahr mit dem „Malion Quartett“ ein Streichquartett zu Gast gewesen war, konnten die Zuhörer diesmal mit dem „Ensemble Quinton“ eine tolles junges Bläserquintett in der Mälzerei erleben. Im Gepäck: Felix Mendelssohns „Sommernachtstraum“, den sie in einer charmanten kammermusikalischen Fassung für Holzbläserquintett vorstellten.

Um es gleich klar zu sagen: Natürlich darf man auch ganz ohne Enkelkinder oder Kinder zum Familienkonzert kommen. Gerade das bunte Miteinander von klein und groß, jung und alt ist durchaus im Sinne der Erfindung, denn auch für manche älteren Besucher liegen die normalen Abendkonzerte einfach zu spät. Und so lauschte am Sonntag eine ganz vielfältige Schar von etwa 175 Zuhörern, zu der auch wieder die Geigenkinder von der Minneburgschule in Neckargerach gehörten. Geigen gab es diesmal zwar nicht zu hören, aber natürlich sind Flöte, Oboe, Horn, Fagott und Klarinette genauso spannend, wenn man sie so aus nächster Nähe in Aktion erleben darf, gespielt von echten Könnern, die 2023 beim Deutschen Musikwettbewerb einen 1. Preis abgeräumt hatten. Flötistin Alexandra nahm die jungen Zuhörer dabei an die Hand und führte sie behutsam in die Geschichte hinein, die Mendelssohn zu dieser wunderbaren Musik inspiriert hatte. Man musste übrigens mit Shakespeares Vorlage keineswegs vertraut sein, um ihr und ihren Mitmusikern auf ihrem spannenden nächtlichen Ausflug in den Zauberwald folgen zu können, bei dem die aufmerksam lauschenden Kinder im Publikum allerlei Feen und Elfen, einem Esel und einer Truppe von Handwerkern auf dem Weg zur Hochzeit der Elfenkönigin Titania begegnen sollten.

Die sehr hübsche Bläserquintettfassung von Ulf-Guido Schäfer eignet sich perfekt für ein Konzert für junges Publikum, denn man kann die einzelnen Stimmen sehr gut verfolgen und jedes Instrument tritt irgendwann einmal mit seiner besonderen Klangfarbe solistisch hervor. Die schnellen Trippelschritte der Elfen beispielsweise zeigen sich in wuseligen Sechzehnteln von Horn und Fagott, die Rast auf einer sonnigen Lichtung wird von schläfrigen Flötentönen untermalt, bevor die Dunkelheit hereinbricht und die Flötistin sich eiligst aufmachen muss, um noch rechtzeitig zur Hochzeit zu kommen. Auf dem Weg zum Schloss verirrt sie sich heillos, trifft dann aber zum Glück auf die Handwerker, die mit gemächlichem Schritt durch den Wald stapfen. Oboist Fabian entlockte seiner Oboe dabei erstaunliche Töne, die die Kinder im Publikum sofort einem Esel zuordnen konnten. Endlich kommt das Schloss in Sicht, eine Hornfanfare ruft die Gäste zusammen und es erklingt ein Hochzeitsmarsch, bei dem auch die raue Stimme des Esels mit einstimmt. Oder ist es doch der Wecker, der einen da mitten aus diesem schönen Sommernachtstraum reißt?

Zum Abschluss gab es dann noch eine muntere Fragerunde, in der die Kinder all ihre Fragen an Alexandra, Fabian, Basti, Tobias und Lisa vom „Ensemble Quinton“ loswerden konnten. Die gute Nachricht: Flöte, Klarinette, Horn und Fagott gibt es auch in klein, sodass man schon mit 6 oder 7 Jahren anfangen kann, mit Oboe und dem großen Fagott muss man etwa bis 10 warten oder vorher schon mal mit Klavier starten. Wer jetzt ganz heiße Ohren und große Lust bekommen hat, es selbst zu versuchen - die Lehrer an der Musikschule beraten euch und eure Eltern sicher gerne bei der Auswahl des richtigen Instruments und zeigen euch, wie und wann ihr damit loslegen könnt.

Text und Foto: Pia Geimer

Mosbacher Klassische Konzerte

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